Liebe Leserinnen und Leser meiner Seiten,
das Wahlergebnis in Scheessel hat alle überrascht. Zwar wurde allgemein
davon ausgegangen, dass die CDU verliert. Aber an diesen erdrutschartigen Verlust von
17% hatte wohl keiner geglaubt. Damit ist die absolute Mehrheit der CDU im Rat Vergangenheit.
Aber noch deutlicher als der Verlust der CDU war der Gewinn der SPD mit über 18%.
Dagegen legten die Grünen nicht so zu wie erwartet.
Doch ganz so überraschend sind die Werte nicht, nur wagte die Opposition nicht, daran zu glauben.
2006 war neben der Gemeinderatswahl auch die Wahl zur Bürgermeisterin. Frau Dittmer-Scheele
gewann für die CDU allein 3562 Stimmen. In diesem Jahr haben die vier mit den meisten Stimmen
nur 3733 Stimmen erhalten. Frau Dittmer-Scheele war für die CDU ein Zugpferd, das in diesem Jahr nicht
antreten durfte.
Auch die Grünen hatten mit der Bürgermeisterin-Kandidatin Elke Twesten einen Stimmenfänger,
dessen 1212 Stimmen erst kompensiert werden wollten. Dies gelang letztlich durch die größere
Anzahl an Kandidaten, nämlich zehn statt sechs im Jahr 2006.
Die SPD hatte 2006 keinen eigenen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters - und somit in diesem
Jahr nichts zu kompensieren. Statt dessen ging Herr Steppat von der UFS zur SPD und brachte allein
574 Stimmen auf die Waage.
Vergleicht man die Zahlen der Parteien mit den anderen Wahlergebnissen im Kreis, so liegen die Scheesseler
Ergebnisse in etwa gleicher Höhe.
Aber schließlich war Scheessel immer eine Hochburg der CDU. Wie also war der Umschwung erreicht worden?
Sieht man auf die Sitze, die über die Liste errungen wurden, so stellt man erstaunt fest, dass CDU, SPD und
Grüne jeweils 2 Listenmandate errangen.
Es lag also an den Bewerbern. Die CDU hatte in diesem Jahr 2 Bewerber weniger als 2006, die SPD hingegen
8 mehr, die Grünen 4 mehr. Und Bewerber bedeuten in jedem Fall Stimmen.
Der SPD gelang es darüber hinaus, namhafte Bewerber mit hoher Stimmenanzahl an sich zu binden.
So haben die besten drei Bewerber der CDU mal gerade 316 Stimmen mehr als die besten drei der SPD. 2006 betrug
die Differenz der drei stärksten Bewerber noch 3138 Stimmen zu Gunsten der CDU.
Das Wahlergebnis ist also ein Ergebnis der Bewerber und deren Bekanntheitsgrads.
Neben diesem Bekanntheitsgrad spielte die größere Anzahl von Bewerbern bei der Opposition sowie die gesamte Stimmung
der Bevölkerung eine Rolle. Der CDU wurde einfach zu viel angekreidet. Die Unzufriedenheit der
Bürger war überdeutlich.
Nun bleibt nur zu hoffen, dass der neue Rat eine erfolgreiche Politik betreibt und sich das
Vertrauen der Bürger erarbeitet.
Ernst Friesecke, 12.9.2011
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